Bei Pinien-Prozessionsspinnern (processionnaire du pin) unbedingt auf Distanz gehen! Von Februar bis April ist in der Nähe von Pinienbäumen besondere Vorsicht geboten.
Eine Schlange im Garten …!
«Stopp, warte!» , rufe ich meinem Hund erschrocken zu, denn ich vermute eine Schlange auf unserer Treppe. Diese entpuppt sich jedoch als Prozession des Pinien-Prozessionsspinners, was keineswegs beruhigender ist. Im Gegenteil!
Prozessionsspinner können auf den ersten Blick einer Schlange ähnlich sehen
Vermutet wird, dass die Prozession ein Tarnungsmanöver zur Verteidigung gegenüber der wenigen Fressfeinde (Vögel, Schlupfwespen, Wanzen und Raupenfliegen) darstellt. Denn in Prozession gleichen sie einer Schlange, die deutlich bedrohlicher wirkt als eine Raupe.
Gut bewaffnet unterwegs
An ihren ca. 5 cm langen Körpern tragen die Prozessionsspinner bis zu 600.000 (!) Brennhaare. Diese sind mit einem starken Nesselgift namens «Thaumetopoein» versehen. Zudem sind die mikroskopisch kleinen Haare mit Widerhaken ausgestattet. Trittst du den gut bewaffneten Raupen zu nah, fühlen sie sich bedroht und schießen ihre Härchen pfeilschnell in die Umgebung. Deshalb gilt: unbedingt Abstand halten!
Die Brennhaare entfalten ihre brennende Wirkung jedoch nicht nur durch direkte Berührung der Raupen. Auch dort, wo die Prozession vorbeigekommen ist, können hinterlassen sie ihre Haare. Und wenn du sie verbrennst (wie hier bei uns die meisten Brennhaare Mensch und Tier bedrohen. Gleiches gilt für tote Prozessionsraupen oder etwa leere Nester, die bei Wind vom Baum fallen. Bitte nicht berühren, und deinen Hund nicht daran schnüffeln lassen!
Der Zyklus der Pinien-Prozessionsspinner
Von etwa Mitte Juni bis Ende August ist der Prozessionsfalter unterwegs. Ein unscheinbarer, grauer Nachtfalter. Nach der Paarung legt das Weibchen seine Eier an die Nadeln von Pinienbäumen oder Kiefern. Und dies am liebsten so hoch in den Baumkronen wie möglich.
Die Larven beginnen später, ein weißes Gespinst zu weben, das einer Art «Zuckerwatte» gleicht und die Larven schützt. Bis zu 200 Larven reifen in diesen Nestern zu Raupen heran, während sie Piniennadeln vertilgen. Was je nach Befall des Baumes zu starken Schäden führen kann.
Ab Mitte Februar sind die Raupen groß genug und starten sie ihre Prozession. Die Reise geht den Stamm hinunter und hin zu einem Stück Erde, in dem sie sich in Knäueln 5 bis 20 cm tief eingraben und verpuppen.
Im Juni schlüpfen die Nachtfalter und der Zyklus beginnt aufs Neue.
Bekämpfung von Pinien-Prozessionsspinnern
Es gibt verschiedene Arten, wie du dem Pinienprozessionsspinner zu Leibe rücken kannst.
Du kannst einen Spezialisten einschalten, der entweder die Nester aus deinen Pinienbäumen auf professionelle Weise entfernt oder deine Bäume chemisch behandelt, was den Falter auf Abstand halten sollte.
Oder du kaufst in Gartenbedarfsgeschäften Fallen, mit denen du die Falter anlockst (ab Juni). Siehst du später dennoch weiße Nester in deinen Pinienbäumen, kannst du Fallen um die Stämme deiner Bäume hängen. Auf diese Weise finden die Prozessionsspinner auf ihrem Weg nach unten ihren Weg in einen Behälter mit Erde am Stamm und gelangen erst gar nicht auf den Boden.
Eine 100 %-ige Sicherheit bieten diese Möglichkeiten jedoch leider nicht.
