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Wandern in Urval
Von Urval aus kannst du auf zwei markierten Wanderungen die schöne grüne Umgebung entdecken. Beide Rundwanderungen sind auf dem Infoschild neben der Mairie (Bürgermeisteramt) angegeben. Der Boucle d’Urval Sud ist mit 10,5 km etwas länger als der Boucle d’Urval Nord (7,5 km). Den Boucle d’Urval Nord finde ich persönlich landschaftlich attraktiver und man geht dort wirklich nur ein paar Hundert Meter auf Asphalt, während dich der Boucle d’Urval Sud etwa 1,5 km einer geteerten Straße entlang führt.
Eindrücke der Wanderung «Boucle d’Urval Nord»
Eindrücke unseres Rundgangs durch Urval
Four Banal in Urval – Gemeinschaftsofen
Der Gemeinschaftsofen (Four Banal) von Urval steht gleich neben der befestigten Kirche und ist ein Erzeugnis der mittelalterlichen Feudalherrschaft. Im 13. Jahrhundert schwangen die Vasallen des Erzbischofs das Zepter in Urval. Sie errichteten eine Mühle und diesen sorgfältig restaurierten Gemeinschaftsofen, der seit 1941 unter Denkmalschutz steht.
Brot backen gegen Gebühr
Hier mussten die Bewohnerinnen und Bewohner von Urval ihr Brot backen, denn einen eigenen Ofen konnte sich in jener Zeit niemand leisten. Bereits ein paar Tage vor dem wöchentlichen Backtag brachten die Bauern ihr Mehl und ein Holzscheit für den Ofen zum Fournier (dem Bäcker). Dabei mussten sie eine Gebühr entrichten, die oft in Naturalien bezahlt werden konnte. Etwa in der Form eines Brotes, für 20 gebackene Brote.
Bäckerwohnung oberhalb des Ofens
Der Bäcker bewohnte den Raum oberhalb des Holzofens, wo er auch den Teig für die Brote fertigte. Nach dem Backen wurden die runden Brote («Tourtes» ) auf den Holzregalen an der Vorderseite des Ofens zum Auskühlen gelagert. Auch eine kleine Taubenzucht konnte der Bäckermeister sein Eigen nennen: auf der rechten Seite ist der Taubenschlag («Pigeonnier») gut erkennbar.
Funktionsfähiger Zeitzeuge
Nur noch äußerst selten kann man heute mittelalterliche Öfen dieser Art bewundern. Das ursprüngliche Steindach des Ofens wurde 1853 durch steinerne Ziegel ersetzt und 1962 unterging der Ofen eine sorgfältige Renovation.
Dieser mittelalterliche Zeitzeuge ist bis heute funktionsfähig und in seinem Schlund werden jeweils am 2. Wochenende im August (Dorfsfest) und zu den europäischen Denkmaltagen knusprige «Tourtes» gebacken.
Im Zuge der französischen Revolution wurden die Feudalrechte 1793 definitiv abgeschafft und verlor der Ofen an Bedeutung.
Befestigte Kirche
Im 12. Jahrhundert bestimmten die Mönche von Cadouin den Alltag in Urval und im selben Jahrhundert fiel Urval durch die Heirat der Herzogin Eleonore von Aquitanien und dem Herzog Heinrich Plantagene unter englische Herrschaft. Daraufhin folgten langjährige kriegerische Auseinandersetzungen zwischen England und Frankreich (der Hundertjährige Krieg).
Während dieser turbulenten Zeit wurde der Kirchturm von Urval erhöht und befestigt. Bei drohender Gefahr bot ein Fallgitter über dem Eingang Schutz gegen Rammstöße, Kugeln und andere kriegerische Bedrohungen.
Am 17. Juli 1453 wurde in der Schlacht bei Castillon die englische Herrschaft über Aquitanien und der Hundertjährige Krieg beendet.
Auf der Website der Gemeinde Urval gibt es einen weiterführende Informationen über Urval (auf Französisch) sowie ein Video, das einen guten Eindruck des Ortes und seiner Umgebung vermittelt.
Schlemmen in Urval
Knurrt der Magen nach einem Rundgang durch das Dorf ? Dann kannst du dich im Restaurant Le Veilleur d’Urval bei köstlichen, regionalen Gerichten mit einer erfrischend anderen Note stärken. Dazu kannst du dich mit einem regionalen Bier oder einem feinen Wein aus der Region verwöhnen. Achtung: Reservieren nicht vergessen, insbesondere an Wochenenden, da das Lokal sehr klein und beliebt ist!
