Die Grottes de Cougnac bieten in zwei unabhängigen Höhlen sowohl zauberhafte Tropfsteinformationen als auch originale Höhlenmalereien. Nur eine halbe Stunde von Sarlat und je eine knappe Stunde von Belvès und Monpazier entfernt, aber fernab der großen Besucherströme – eine faszinierende unterirdische Entdeckungstour.
Kühles Ausflugsziel an heißen Sommertagen fernab der Besucherströme
Heiß flimmert die Luft an diesem Sonntagnachmittag anfangs September. 36 Grad zeigt das Thermometer und wir freuen uns auf eine kühle Entdeckungstour unter Tage. Zwei Autos parken am Felsen unter den Bäumen bei den Grottes de Cougnac – Massenandrang kann man das wohl nicht gerade nennen😉 Über einen Natursteinweg geht es hinauf zum Eingang. Gähnende Leere empfängt uns am Eingang. Die Führung soll in 5 Minuten beginnen, unsere Tickets haben wir online gekauft. «Bonjour!», rufen wir in die Dunkelheit des Empfangshäuschens. «J’arrive…», tönt es kurz darauf aus dem Inneren. Wenig später stiefeln wir zu fünft mit unserem Führer Francis los. Über eine schmale Treppe gelangen wir hinunter zu einem Eisentor. Quietschend gibt es uns Zugang zur kühlen Höhlenfrische. Die Temperatur in der Höhle beträgt ganzjährig 13 Grad. Nach der tropischen Hitze draußen läuft uns ein erfrischender Schauer über den Rücken.
Die Tropfsteinlandschaft, die sich vor uns ausbreitet, ist beeindruckend und wunderschön! In Begleitung von Francis streifen wir staunend durch den Wald aus Stalagmiten und Stalaktiten.
Der Sommer war lang und heiß und es gab kaum Niederschläge. Dementsprechend sind an den hängenden Tropfsteinen (Stalaktiten) nur ganz vereinzelt Tropfen und etwas Feuchtigkeit zu sehen. «Früher habe ich hier bei meinen Führungen nasse Füße bekommen und musste ständig die Hose wechseln», erzählt unser Guide. Aber das ist schon über 20 Jahre her. Seitdem ist es auch hier unten immer trockener geworden
Picknickplatz mit Fernblick bei der Grottes de Cougnac
Nach der Besichtigung der Tropfsteinhöhle gelangen wir über eine Anhöhe mit Picknickbänken und herrlicher Fernsicht. Kurz vor dem Eingang zur zweiten Höhle bietet uns ein verwaister Feigenbaum eine süße Zwischenverpflegung.
Fledermäuse und undurchdringliche Dunkelheit
Während wir im vorderen Teil der Höhle von Francis Wissenswertes aus der Jungsteinzeit und über Höhlen erfahren, flattert eine Fledermaus aus dem Dunkel des Abgangs zur zweiten Höhle zu uns hinauf. Taucht aber schnell wieder in die Dunkelheit ab und findet schließlich Unterschlupf in einer Felsspalte neben dem Höhleneingang. Durch eine weitere Eisentür gelangen wir in einen langen, schmalen Höhlengang. Pechschwarze Dunkelheit umhüllt uns und steigert die erwartungsvolle Spannung auf das, was uns unsere Vorfahren vor geschätzten 30.000 Jahren hier an Höhlenmalereien hinterlassen haben.
Unser Guide macht das Licht an. WOW! Wir befinden uns in einer großen Tropfsteinhalle, von der aus ein schmaler Pfad durch einen Tropfsteinwald in den hinteren Teil der Höhle führt. Mit klopfenden Herzen erkunden wir das Tropfsteinlabyrinth. Wie eisige Klauen umfängt uns die feuchte Höhlenluft. Es riecht nach Erde.
Mit einem roten Laserpunkt führt uns Francis auf die Spuren unserer steinzeitlichen Vorfahren. Hier eine schwarze Spur, dort ein schwarzer Streifen und ein paar geografische Formen. Na ja, ganz ehrlich, so richtig aus den Sandalen haut es uns noch nicht.
Mammute, Riesenhirsche, Privalski-Pferde und von Speeren durchbohrte Leiber
«War das schon alles?» fragen wir uns im Stillen etwas enttäuscht, während wir schweigend hinter Francis her in einen anderen Teil der Höhle trotten. Wieder bleiben wir stehen, lauschen seinen Schilderungen und stehen schließlich in völliger Dunkelheit da. Für ein paar Sekunden hat Francis das Licht ausgemacht. Unheimlich. Beklemmend. Und dann: TATAAA… – da sind sie endlich, ins helle Licht getaucht: die faszinierenden Darstellungen von Mammuts und Steinböcken, großen Hirschen und Menschen, von Speeren durchbohrt. WOW! Eine faszinierende Galerie tut sich vor uns auf, und aus nächster Nähe betrachten wir die 3D-Bilder: Unsere Ahnen haben das Relief des Felsens genutzt, um die Körper darzustellen.Offizielles Video der Grottes de Cougnac: der Guide Francis Jach stellt euch die faszinierende Tropfsteinwelt und die originalen Höhlenmalereien vor
Die Tropsteinhöhlen und die Höhlenmalereien in den Grottes de Cougnac sind für uns ein besonderes Erlebnis in so einem kleinen, intimen Rahmen einfach wunderbar! Meine höhlenerfahrene Freundin meint beim Hinausgehen, das sei die schönste Höhle, die sie je gesehen hat. Und ja, mir geht es genauso
Praktische Informationen
Adresse: Grottes de COUGNAC 46300 Payrignac Tel. +33 (0)5 65 41 47 54 E-Mail: grottes.de.cougnac@wanadoo.fr Website: www.grottesdecougnac.com Die aktuellen Öffnungszeiten und Eintrittspreise findet ihr hier.Weitere Höhlen und Grotten im Périgord
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